Park Santa Teresa

Der Park Santa Teresa hat Einiges zu bieten. Es gibt eine Burg, die 1762 von den Portugiesen begonnen und 1775 von den Spaniern beendet wurde. Die Burg wurde 1928 restauriert und ist sehr schön hergerichtet.
Ansonsten gibt es einen kleinen botanischen Garten und mehrere super schöne Strände. Außer uns sind nur ein paar Surfer und Angler da. Auch Flo angelt und bekommt sogar noch Fische geschenkt. Diese grillen wir am kleinen aber feinen Zoo des Parkes. Trotz Wochenende ist hier kaum was los und man kann sich gar nicht vorstellen, dass es im Sommer total überlaufen sein soll.

La Coronilla

Irgendwie war es langsam Zeit für Uruguay. Wir fuhren die schöne Küstenstraße entlang, vorbei an Sumpfflächen und wieder einmal Kaimanen, Wasserschweinen und allem möglichen anderen Getier. In Chuy, einer kleinen Stadt genau auf der Grenze zwischen Brasilien und Uruguay, wechselten wir die Seiten und fanden in Coronilla einen wunderbaren, kostenlosen Stellplatz am Meer.
Das Örtchen besitzt sogar einen Geldautomaten, und eine Simkarte haben wir dort auch bekommen. Infrastruktur wieder hergestellt.

Lagoa do Barro

Und dann finden wir doch noch ein Naturkleinod, das noch nicht der Vermarktung anheim gefallen ist. Die Lagoa do Barro ist ein großer Süßwassersee, der von einem ca. 3km großen Dünenfeld vom Meer abgetrennt wird. Es ist immer noch Nebensaison und der kleine Ort am See hat die Bürgersteige hochgeklappt. Der Campingplatz, den wir uns rausgesucht hatten, ist geschlossen, aber direkt nebenan ist noch einer und der ist offen. Wir sind die einzigen Gäste und können direkt am See parken. Das Wetter ist schön und wir genießen einfach die Natur und Grillen mal wieder. Die Wanderung zu den Dünen stellt sich als Highlight für die Kids heraus. Sie haben unglaublich viel Spaß im Sand herum zu tollen. Ich nehme noch ein sehr frisches Bad im See. Es war einfach zu verlockend! Schön, dass es solche Flecken Erde noch gibt.

Canyons Fortaleza und Itaimbezinho

Wir haben mal wieder den schöneren statt den kürzeren Weg erwischt und sind auf Erdstraßen gelandet. So kurz nach der Kühlerreperatur fahren wir mit etwas mulmigem Gefühl diese fast nur aus Schlaglöchern bestehenden Pisten entlang. Da sind die 21km zur nächsten Teerstraße in einer Stunde zurück gelegt. Dafür werden wir mit toller Aussicht belohnt und mit dem Anblick einer Indianersiedlung, die sonst vermutlich nur wenige Ausländer zu Gesicht bekommen. Zur Mittagszeit kommen wir in Cambara do Sul an und fahren zum Canyon Fortaleza. Auch hier sind die letzten 4km bis zum Mirador übelste Piste. Wir unternehmen zwei kurze Wanderungen und müssen einmal sogar einen Bachlauf nahe der Abbruchkante queren. Die Einblicke in den Canyon sind beeindruckend. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Es nieselt. Aber was soll’s. Wir sind ja nicht aus Zucker.

Der Canyon Itaimbezinho ist der Grand Canyon Brasiliens. Es war beeindruckend an der Abbruchkante entlang zu spazieren und zahlreiche Wasserfälle die über 400m hinunter rauschen zu sehen. Es gibt auch einen Weg am Fuße der Schlucht, den Rio do Boi Trail. Leider ist er momentan geschlossen und auch erst für Kinder ab 12 Jahren zugelassen, aber man kann nicht immer alles haben…

Reifenpanne

Und plötzlich machte es plopp- flappflappflappflapp. Vorderreifen geplatzt. Aber nicht irgendwo, nein, mitten auf der ewig langen Brücke über den Rio Paraná. Neben der Spur sind hier nur 40cm Platz bis zur Betonbrüstung.
Wo war nochmal das Warndreieck? Während ich den ganzen Bus auf den Kopf stelle um es endlich zu finden, holt Flo schonmal den Wagenheber raus. In rekordverdächtigen 40 Minuten ist der Reifen gewechselt und der alte verstaut. Erstmal von der Brücke runter. Wird auch schon langsam dunkel. Und so endet die Fahrt am nächstbesten Posto.
Posto, der = sowas wie ne Raststätte, also Tanke mit Resto, WCs und Duschen, eben Truckerinfrastruktur.
Im dicht besiedelten Brasilien ist das die beste Möglichkeit für eine Übernachtung an der Strecke. Wir nehmen auch gleich alle die Duschen in Anspruch. Danach geht’s ins Resto. Es gibt, wie so oft in Brasilien, Buffet. Die Kinder lieben das und es ist immer etwas dabei, was sie essen mögen. Erwachsene zahlen 5-6 €, Kinder die Hälfte.
Am nächsten Tag versuchen wir einen neuen Ersatzreifen zu finden, aber leider ist Samstag und schon alle in Frage kommenden Läden zu. Das muss also bis Montag warten. Ebenso wie eine erneute Kühlerreperatur(Nr.5), denn er schafft es nicht das Wasser zu halten und auch zwei Halterungen sind wieder gebrochen. Hoffentlich war das danndie letzte Reparatur bis zur Fähre, die in einem Monat unseren Bus wieder nach Hause bringen

Wir haben uns einen Reifenhändler in Chapeco ausgesucht und standen dort gleich Montagmorgen auf der Matte. Allerdings Fehlanzeige. Er hat unsere Reifengröße nicht und schickt uns zu einem zweiten in der Stadt. Doch auch dort kann uns nicht geholfen werden. Bei Reifenhändler Nr. 3 erfahren wir, dass unsere Reifengröße in Brasilien nicht mehr gefertigt und vertrieben wird. Wir hoffen, dass noch irgend ein Reifenhändler einen im Lager schlummern hat, der nur auf uns wartet. Aber auch Reifenhändler Nr. 4 und 5 können keinen herzaubern. Es folgt eine Internetrecherche welche Reifengröße alternativ in Frage kommt und als wir das herausgefunden haben, ist natürlich Mittagspause. Also gehen wir auch was essen und versuchen danach nochmal unser Glück. Aber, wer hätte das gedacht, auch die alternative Reifengröße gibt es in Brasilien nicht zu kaufen. Nun muss improvisiert werden. Warum verfluxt nochmal musste der Reifen ausgerechnet 30 Tage vor Rückverschiffung kaputt gehen? Wir diskutieren mit den Reifenspezis und entscheiden uns für zwei neue Vorderreifen, die unserer Reifengröße am nächsten kommen. In Deutschland dürfen wir diese Reifen in Kombination mit unseren Felgen nicht fahren und ein Schneeflockensymbol haben sie auch nicht. Hier in Brasilien ist das in Ordnung. Tut weh, aber Sicherheit geht vor.
Es ist kurz vor vier als wir bei der Reifenbutze vom Hof rollen und beschließen noch bei der Kühler-Werkstatt vorbei zu fahren. Dort können wir sofort mit dem Ausbau des Kühlers beginnen. Flo und ich sind inzwischen so routiniert, dass wir es in 15 Minuten schaffen. Dann übernimmt der Werkstattleiter das Löten und Schweißen. Wir sind sprachlos wie professionell und gründlich hier gearbeitet wird und hätten uns so eine Werkstatt schon beim ersten Leck gewünscht. Kurz nach fünf ist der Kühler wieder eingebaut und wir auf dem Weg zum nächsten Posto. Wir können es gar nicht glauben, dass wir alles an einem Tag erledigt haben.

Bonito

In Bonito kommen wir an einem Donnerstag an und suchen uns die Pousada do Peralta als Ausgangspunkt für unsere Touren aus. Da es Nebensaison ist, gehen wir davon aus unsere Touren kurzfristig buchen zu können, aber weit gefehlt. Das Schnorcheln im klaren Rio Sucuri können wir erst in einer Woche buchen und so füllen wir dazwischen die übrigen Aktivitäten ein.

Am Samstag stand Action auf dem Programm. Vormittags machten die Kidis und ich den Hochseilgarten unsicher und nachmittags war Reifen-Rafting angesagt. Was für ein Spaß und in traumhafter Landschaft.

Direkt im Anschluß fahren wir an den Rio Miranda, wo Flo am nächsten Tag Angeln geht. Die Kinder kühlen sich im Fluß ab und ein Ara knabbert meinen Bikini kaputt ;(

Am Montag kommt der angekündigte Regen und die Temperatur fällt von 31 Grad auf 10 Grad. Die Heizung im Bus will nicht anspringen und so muss Flo erstmal einen kleinen Arbeitseinsatz hinlegen bevor es im Bus wieder mukkelig warm wird.

Für meinen Ausflug zur Höhle Abismo Anhumas ist das Wetter zum Glück nicht ganz so wichtig. Der Reitausflug für Flo und die Kinder fällt allerdings wegen des Regens ins Wasser. Abismo Anhumas ist eine Höhle, die über einen See mit glasklarem Wasser verfügt. Die 72m Abstieg zum See musste man sich, bis vor Kurzem, noch selbst Abseilen und später wieder am Seil Aufsteigen. Seit Kurzem geht das über einen Tandem-Seilaufzug. Unten angekommen, starten wir zu einer Bootsfahrt, bei der wir etwas über die Geologie der Höhle erfahren. Einige der Stalagtiten sind Millionen von Jahren alt. Der See ist an der tiefsten Stelle 80m tief und die Wassertemperatur beträgt ganzjährig 18/19°C. Bis auf 18m werde ich mich bei meinem Tauchgang hinunter wagen und die Unterwasser-Stalagmiten und ein versteinertes Saurierskelett genauer ansehen. Etwas mulmig ist mir allerdings schon, da mein letzter Tauchgang schon 13 Jahre her ist und man in der Dunkelheit nicht sehen kann wie weit es bis zur Wasseroberfläche ist und ob man nach oben auftauchen kann. Die Zeit vergeht wie im Flug und nach zirka einer Stunde komme ich etwas schlotternd, aber sehr glücklich wieder aus dem Wasser. Ich bin froh, dass ich zum Aufstieg nicht mühsam am Seil emporklettern muss, sondern mich vom Aufzug nach oben ziehen lassen kann. Dieser Tag wird mir lange im Gedächtnis bleiben.

Nach zwei weiteren Regentagen können wir endlich zur Hauptattraktion von Bonito aufbrechen – dem Schnorcheln im glasklaren Wasser des Rio Sucuri. Das ist wie ein riesiges Aquarium mit bunten Fischen durch die man sich hindurch treiben lassen kann. Das Wasser hat 23°C. Trotz Neoprenshorty sind die Kinder nach 45 Minuten durchgefroren und legen die letzten 300m im Boot zurück. Sobald sie wieder aufgewärmt sind, sind sie jedoch begeistert von diesem einzigartige Erlebnis.

Pantanal

Das Pantanal ist ein wahrlich paradiesischer Ort. Traumhafte Natur und unglaublich viele exotische Tire, die einem quasi vor der Nase herum spazieren. Mit dem Guide Marcelo haben wir sogar Kaimane gestreichelt.
Auf zwei Bootstouren haben wir folgende Exopten sehen können: Wasserschweine, Riesenotter, Riesenstörche, Brüllaffen, Eisvögel und jede Menge andere Vögel. Nur ein Jaguar wollte sich nicht blicken lassen.
Wir erfuhren, dass es im Pantanal dieses Jahr – nach 3 Jahren ohne Regen – erst recht spät angefangen hat zu regnen und aktuell noch viel Land überschwemmt ist. Das erschwert die Sichtung von Jaguaren. Außerdem gibt es seit dem riesigen Waldbrand von 2021 erheblich weniger Wildtiere. Flora und Fauna werden noch mindestens 2 Jahrzehnte brauchen um sich von dieser Katastrophe zu erholen.
Wir genießen insgesamt 1 Woche auf der Jungle Lodge, die ein super Erholungsort ist. Mylena an der Rezeption ist ein wunderbarer Mensch, der den Aufenthalt für uns noch unvergesslicher macht. Und sogar unsere Reisefreunde – Familie Noak – kommen vorbei. Ein Wiedersehen, das mit Caipirinha gefeiert wird.